Kirche St. Wilhelm - Wolferts

Kirche St. Wilhelm (Wolferts)

Manch einer könnte sich fragen, wie es kommt, dass so ein kleines Dorf wie Wolferts mit Altenrain und Guckai eine eigene Kirche hat, die dem Hl. Wilhelm geweiht ist.

 

Ende des 19. Jahrhunderts waren die Dörfler größtenteils arm und trugen der Legende nach auch sonntags ihre Holzschuhe beim Besuch der Hl. Messe in der Pfarrkirche Dipperz. Das Geklapper war nicht zu überhören und soll für so manch spöttischen Kommentar über die „Berglüt“ gesorgt haben. Zudem war der Fußweg weit. Das bestärkte den Wunsch nach einer eigenen Kirche. Belegt ist, dass Wilhelm Goldbach auf seinem Anwesen in der Mitte des Dorfes einen Bauplatz sowie 400 Mark zur Errichtung einer Kapelle stiftete, welche dem Hl. Wilhelm geweiht werden sollte. Seine vier Söhne errichteten nach dem Plan des Paderborner Architekten Arnold Güldenpfennig 1897-1898 einen schlichten, neuromanischen, unverputzten Ziegelsteinbau. Die beiden Apsisfenster von Heinrich Leinweber, Fulda stellen den Hl. Wilhelm von Aquitanien mit Wolf und den Hl. Wendelinus dar. Die beiden Glocken mussten 1917 aufgrund des Ersten Weltkrieges in Langenbieber abgeliefert werden, konnten aber unversehrt zurückgeholt werden.

 

An der Außenwand der Sakristei, welche erst zu einem späteren Zeitpunkt errichtet wurde, befindet sich eine für den Landkreis einmalige Darstellung des kreuztragenden Jesus, von Bertram Wawera aus Langenschwarz gefertigt.

 

Durch großzügige Spenden der Wolfertser Bürger und mit viel Liebe und Eigenleistung wurde die Kirche mehrfach renoviert und restauriert. Aufgrund der Liturgiereform wurde der Altarraum 1974 neu gestaltet. Dabei entfernte man den schönen geschnitzten Holzaltar, der als Nebenaltar aus der 1892 abgebrannten Dipperzer Pfarrkirche stammte. Anlässlich der bisher größten Restaurierung 1994 – 1997 gründeten die Wolfertser einen Kirchbauverein, um den Eigenanteil zu finanzieren. Zu ihrem 100-jährigen Bestehen und frisch restauriert erlebte die kleine Kirche im August 1997 wohl ihr bis dato größtes Fest, an dem sogar Erzbischof Johannes Dyba teilnahm. Der Kirchbauverein generierte erhebliche Spenden und so konnten nach Tilgung der Schulden noch weitere Wünsche erfüllt werden:

Seit 2004 ziert wieder ein neugotischer holzgeschnitzter Hochaltar die Kirche. Gefunden wurde er in Istergiesel, fachmännisch restauriert und mit einem Altartisch und einem passenden Zelebrationsaltar ergänzt. Im gleichen Jahr ermöglichte die Anschaffung einer Kleinorgel wieder ein wohlklingendes Orgelspiel.

 

Erwähnenswert sind auch die aus Lindenholz geschnitzten Kreuzwegstationen. Gefertigt von Wilhelm Bug, Gelsenkirchen und gestiftet von Msgr. M. Frhr. von Lüninck aus seinem Familienbesitz.

 

Die Kirche St. Wilhelm in Wolferts ist in der Regel täglich von 9 – 17 Uhr geöffnet und lädt zum verweilen, beten und meditieren ein.

Wenn Sie weitere Bilder oder Texte zu dieser Kirche haben, schicken Sie bitte alles an Pfarrer Piotr Kownacki: piotr.kownacki@bistum-fulda.de