Kirche Christkönig - Obernüst
Kirche Christkönig - Obernüst
Am 18.09.1966 war es soweit. Der Kirchenneubau wurde von Generalvikar Prof. DDr. Pralle und den Mitzelebranten Pfarrer Meisner, Pater Löslein und weiterer Priester eingeweiht. Die neue Kirche wurde Christus dem König geweiht, um deutlich zu machen, auch aufgrund der jüngeren deutschen Geschichte, dass es für Christen nur einen Herrn und König gibt.
Die alte Kirche in der Dorfmitte war zu klein geworden und außerdem feucht und reparaturbedürftig. Deshalb hatte der Kirchenvorstand bereits kurz nach dem 2. Weltkrieg geplant einen Neubau zu errichten. Die Bemühungen zerschlugen sich aber.
Anfang der 60er Jahre wurde das Thema unter der Führung von Bgm. Josef Leitsch erneut aufgegriffen. Die alte Kirche stand unter Denkmalschutz und die Platzverhältnisse in der Mitte des Dorfes waren sehr beengt. Deshalb stellte die Gemeinde ein Grundstück an der Peripherie des Ortes, unweit des Friedhofes, zur Verfügung. In einer gemeinsamen Sitzung am 30.10.1963 der Gemeindevertretung, dem Kirchenvorstand, Pfr. Witzel und Bischof Adolf Bolte gab dieser grünes Licht zu dem Vorhaben und sagte die Unterstützung der Diözese zu. Im Frühjahr 1965 begannen die Bauarbeiten. Architekt war Dombaumeister Dipl. Ing. Rudolf Schick.
Der Bau der neuen Kirche war ein Zeichen des Vertrauens in Gott und ein beeindruckendes Glaubenszeugnis. Das drückt sich auch aus in den großzügigen Spenden der Gläubigen der Kirchengemeinde Obernüst und der gesamten Pfarrei Schwarzbach. Darüber hinaus haben viele Gemeindemitglieder während der Bauphase tatkräftig mitgeholfen. Dies alles machte es möglich das neue Gotteshaus zu errichten und das zudem der geplante Finanzierungsrahmen eingehalten bzw. leicht unterschritten werden konnte.
Die heutige Kirche ist ein moderner, schlichter nach Norden ausgerichteter Bau, in dem der Atem des 2. Vatikanischen Konzil (1962 – 1965) von Beginn an seinen Ausdruck findet.
Der Altarraum, bestehend aus dem Zelebrationaltar, dem bankartigen Sedile aus geschliffenen Muschelkalkstein, sowie das Kreuz, die Tabernakelstele mit stilisierten Engeln und der Ambo wurden von dem Bildhauer Max Walter, Vasbühl, geschaffen. Die vollplastisch ausgearbeitete Marienstatue ist ein Werk des Künstlers Willy Eckert, Bad Mergentheim. Die Ost- und Westwand ist ganz lichtdurchlässig. So durchfluten die Strahlen der Sonne in den unterschiedlichsten Farben den Raum. Das Kirchenschiff umfasst 130 Sitzplätze.
Kurz bevor die Vorgängerkirche in 1975 abgerissen wurde, brachten Anwohner die dort noch befindlichen Heiligenfiguren in Sicherheit. Sie weichen zwar etwas von dem Stil der neuen Kirche ab, aber sie haben Jahrzehnte lang und länger die Gläubigen begleitet und sind Sinnbild für das Wirken der dargestellten Heiligen und damit Vorbild sowie Ansprechpunkt für die Menschen in den Nöten des Alltag. Nach der Restaurierung der Statuen, deren Kosten einzelne Bürger übernahmen, fanden sie dann Einzug ins neue Gotteshaus. Es sind die Figuren der hl. Apollonia (+249), der hl.Odilia (660 -720), des hl. Antonius von Padua (1195 – 1231) und des hl. Josef. Ebenso fand der ehemalige Kreuzweg, nach der Restaurierung, seinen Platz an der Rückwand des Gotteshauses.
Das kirchliche Leben in Obernüst weist eine lange Historie auf. Die Rhön gehörte ursprünglich zum Bistum Würzburg und Obernüst zur Großpfarrei Margretenhaun. Im 13.Jahrhundert teilte man die Großpfarrei in 4 Sprengel auf. Ein Sprengel davon war Obernüst in dem ein Seelsorgezentrum errichtet wurde. Hierzu gehörten neben der bisherigen Pfarrei Schwarzbach die Orte Habel, Eckweisbach sowie umliegende Orte.
Die Vorgängerkirche, die ihren Platz in der Mitte des Dorfes hatte bestand mindestens seit 1656. Das Mauerwerk des Turmes reichte wahrscheinlich noch weiter zurück und zwar bis 1491.
1789 wurde der Turm durch Blitzschlag stark beschädigt und bis zur Höhe des Chorraumes abgetragen. Dieser Teil der Kirche stand unter Denkmalschutz. Er wurde im Zuge des Abrisses der Kirche in 1975 abgetragen und bei Weyhers, an Stelle der Siebenschläferkapelle, wieder aufgebaut. Auch der Kirchturm der ehemaligen Obernüster Kirche ziert nun das Kapellchen.
Die 2 Glocken des Turmes verblieben jedoch in Obernüst und tun jetzt ihren Dienst im Glockenturm der neuen Kirche. 1940 musste die kleinere der Glocken, die Marienglocke, für Kriegszwecke abgegeben werden. Glücklicherweise wurde sie nicht eingeschmolzen und kehrte 1947 unversehrt wieder heim.
Die größere der beiden Glocken trägt die Inschrift „O König der Herrlichkeit komm mit Frieden Hosanna 1491“. Sie trug somit zur Namensgebung der neuen Kirche bei. Seit über 500 Jahre ruft sie täglich die Menschen zum Gebet auf. Die Glocke hat stürmische Zeiten, Kriege und Nöte überdauert. Durch ihren Ruf, der zugleich Mahnung ist und Zuversicht verbreitet, Mahnung in schweren Zeiten in Gottvertrauen unbeirrt festzuhalten und Zuversicht, dass Gott uns immer beisteht. Wenn die Glocke die Friedensbitte über das Land ertönen lässt, sollte sie uns auch heute dazu bewegen um Frieden in uns, unserer Familie, unserem Land und der Welt zu bitten. Ein Anliegen, welches gerade heute wieder sehr aktuell ist.
Wenn Sie weitere Bilder oder Texte zu dieser Kirche haben, schicken Sie bitte alles an Pfarrer Piotr Kownacki: piotr.kownacki@bistum-fulda.de